Archiv │ Ausstellungen

VON WEGEN | Anja Klafki | Anders Petersen | 26. September bis 31. Oktober 2020

Sehr gerne sind Anja Klafki und Anders Petersen der Einladung zu einer gemeinsamen Ausstellung in die Galerie 11 gefolgt. Mit ihnen präsentieren wir zwei ausgezeichnete und bekannte Grafiker des Landes.

Beide wurden in Schleswig-Holstein geboren (Anders Petersen 1959, Anja Klafki 1967), studierten Freie Kunst an der heutigen Muthesius-Kunsthochschule Kiel und gingen 1992 für ein Gaststudium an das Icelandic College of Arts and Crafts in Reykjavik. Danach blieb Petersen als freischaffender Künstler in Kiel und ging 1998 nach Hamburg und Elmshorn. Anja Klafki erhielt 2010 einen Lehrauftrag in Stuttgart, wo sie auch lebt. Beide erhielten mehrere Stipendien und Auszeichnungen.

Ihre Kunst ist geprägt von Strukturen und einer Materialität, die ohne viel Anlehnung an die Realität für sich selbst steht. Anja Klafki (re.) zerteilt ihre Druckplatten mit Hammer und Meißel. Diese einzelnen Teile mit zerfurchten, sperrigen Kantungen setzt sie als Druck zusammen – auf dem Papier oder der Plexiglasscheibe – zu neuen Kompositionen mit Anklängen an Landschaft oder kargem Interieur. Anders Petersen (li.) setzt große Flächen unaufdringlicher monochromer Strukturen gegen mit Bedacht gesetzte Platten aus silbergrauem Zink. Karges Fachvokabular lässt Raum für Stille.

Beiden ist eine sparsame Bildsprache zu eigen, die aus sich selbst heraus ihre Kraft schöpft und wohltuend kontemplativ den Raum durchwirkt.


Drifting │ Lars Möller (Malerei) und Mathias Kadolph (Skulptur) │ 15. August bis 19. September 2020

Lars Möller ist einer der leisen Großen in der Gruppe der Norddeutschen Realisten. Besonders seine Seestücke strahlen Magie aus. Zuletzt auf der Nordart 2019 (in der Wagenremise zusammen mit den anderen Norddeutschen Realisten) konnten seine Meerbilder die Besucher in ihren Bann ziehen. Markenzeichen seiner Bilder ist das Abstreichen von Farbe an den seitlichen Rändern der Leinwand. So bricht der Maler die klar gezogene Grenze des Bildes auf und bringt Bewegung in das Erleben seiner Malerei. Der im Moment festgehaltene Wasserspiegel scheint nach außen abzufließen – und der Betrachter geht spontan näher an das Bild heran, um diesen Eindruck zu ergründen.

Geboren 1968 in Hamburg absolvierte er seine Ausbildung in Hamburg bei Prof. Erhard Göttlicher. Vor zehn Jahren war er selbst Lehrbeauftragter für Farbe und Form an der HAW Hamburg.

Ergänzend dazu zeigte die Galerie 11 Holzskulpturen des Hamburger Bildhauers Mathias Kadolph (rechts im Bild), der auch 2019 auf der Nordart vertreten war.


AUGENSTIMMEN – Künstlerinnenschau│14. März, 23. April bis 27. Juni 2020

Mit einer subjektiven Auswahl an Arbeiten von acht unterschiedlichen Künstlerinnen huldigten wir das weibliche Schaffen in der Kunst.

Von links oben nach rechts unten:  Petra Bergerhoff | Brigitta Borchert | Philine Fahl | Cathy Fleckstein | Karin Ohlsen | Jutta Reichelt | Carola Schapals | Regina Schween

Der Ausstellungstitel erinnert an die umfassende Künstlerinnen-Schau von 1988 in Lübeck und zeigte in unserer kleinen, feinen Galerie einen aktuellen Einblick in Ergebnisse aus unterschiedlichen Bereichen weiblichen Schaffens.

Aufgrund der Corona-Krise mussten die angekündigten Veranstaltungen während der Ausstellung abgesagt werden. Wir sind im Gespräch mit den Autorinnen / Experten und bemühen uns, neue Termine unter entspannten Bedingungen abzumachen. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit!

Zwei Lesungen haben wir bereits auf Ersatz-Termine verschoben:

3. April 2021 – Simone Wiechern

24. April 2021 – Greta Silver 


Himmlisches | Philine Fahl | 1. Februar bis 7. März 2020

Philine Fahl (geb. 1968) kannte schon recht früh ihren beruflichen Weg. Die Eltern, beide Architekten, gaben ihren zwei Kindern immer wieder künstlerisches Material an die Hand. Durfte der Vater selbst kein freier Künstler werden, sind es seine Kinder heute beide. Er ist es auch, der Philine Fahl während ihres Studiums an der heutigen Muthesius-Kunsthochschule Kiel Linolwerkzeug schenkt, und sie bemerkt schnell: jetzt hat sie ihre Technik gefunden! Nach den intensiven Aktstudien an der Kunstschule entwickelt sie innerhalb kurzer Zeit ihre Frauenformen zu immer wieder abgewandelten Stereotypen. Der Wiedererkennungswert ist immens hoch. 1993 schließt Philine ihr Kunststudium ab und ist seitdem immer wieder bei den Landesschauen des BBK Schleswig-Holstein vertreten.


Sternstunden 2019│Künstler_innen der Galerie │23.11. bis 24.12.2019

Über die Vorweihnachtszeit erwartete den Besucher Erschwingliches von den Künstlern der Galerie (Giotto Bente, Brigitta Borchert, Tobias Duwe, Philine Fahl, Erhard Göttlicher, Britta Hansen, Heike Kähler, Augustin M. Noffke, Jörg Plickat, Regina Schween, Peter T. Schulz oder Tita do Rêgo Silva).


Rezitate │Cathy Fleckstein und Augustin M. Noffke │19.10. bis 23.11.2019

Cathy Fleckstein, geboren 1955 im französischen Molsheim, gehört zu den profiliertesten Keramikern Deutschlands. Bis 1996 lebte sie in Rosdorf bei Kellinghusen und ließ sich vor über 15 Jahren in Preetz nieder. Sie studierte fünf Jahre an der heutigen Muthesius-Kunsthochschule bei Johannes Gebhardt. In Kiel lernte sie auch Augustin M. Noffke kennen. Er, geboren 1958 in Hamburg, studierte dort in den 80ern Malerei und Grafik, an der Universität zusätzlich Pädagogik und Theologie.

Beide Künstler sind mit der Region Itzehoe verbunden und stellten bereits vor zehn Jahren zusammen in der Galerie 11 aus, damals noch in Kellinghusen. Und sie verbindet eine langjährige Freundschaft, trotzdem sie so verschieden sind.

Hüttenform 4; Höhe 9,5 cm; Durchmesser 21 cm; Steinzeug, und eigen entwickelte Masse; Engobe; Kobaltoxid; 2014

Cathy Fleckstein liebt ihr abgeschiedenes Leben in einem kleinen Ort, ihren Blick aus der Werkstatt in die grüne Weite und erholt sich gern bei Schweigewochen im Kloster. Cathy Flecksteins Keramiken faszinieren durch das Zusammenspiel von bröckelnder Vergangenheit und formalem Perfektionismus. Klare Farbigkeit atmet im Raum. Noffke fordert gern, sich selbst und auch den Gegenüber. Seine Arbeiten sind zum Bersten gefüllt mit kleinen Begebenheiten, Begegnungen und diversen Detailstudien. Cathy Flecksteins Keramiken faszinieren durch das Zusammenspiel von bröckelnder Vergangenheit und formalem Perfektionismus. Klare Farbigkeit atmet im Raum.


FARBwege│ Karin Ohlsen │6.9. bis 12.10.2019

Pigmente und Leinöl – mehr benötigt Karin Ohlsen nicht, um ihre wuchtigen und farbstarken Bilder zu malen. Und es ist wunderbar, sich vorzustellen, dass all die Gedanken und Gefühle, die Karin Ohlsen beim Malen im Kopf hatte, in den vielen Schichten ihrer Bilder eingefangen sind. Nur so sind diese Dichte und Ausdrucksstärke auf der Leinwand zu erklären. Dabei tauchen Motive der Realität wie Boot, Leiter oder Figur nur sparsam auf.

Immer wieder überschreitet Karin Ohlsen in ihren Bildern die Grenze zur kompletten Abstraktion und schwelgt dann in der Freiheit ihrer ureigenen Formenwelt.

1937 in Dessau geboren, studierte Karin Ohlsen an der Hamburger Fachhochschule für Gestaltung und der Bundesakademie Wolfenbüttel. Sie wohnt und arbeitet in Hamburg und ist mit zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen, besonders in Dänemark, unterwegs.

Zum zweiten Mal präsentierte die Galerie 11 Bilder von Karin Ohlsen. Nach einer Werkschau im Jahre 2002 (damals noch in den Kellinghusener Galerieräumen) zeigte die Ausstellung eine neue Auswahl von Arbeiten der Hamburger Künstlerin.


voller leben │ Anne-Gret Winkler │ 3. bis 31. August 2019

In diesem Jahr wäre die Itzehoer Malerin und Bildhauerin Anne Gret Winkler (1944-2018) 75 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass stellen drei Kulturorte in Schleswig-Holstein (Marne, Itzehoe und Westerland) ihre Arbeiten in Werkschauen vor.

Die Galerie 11 in Itzehoe, die sie von 2002 bis zu ihrem Tod führte und die Anfang 2019 die Tochter übernahm, präsentierte im August einen Überblick über ihr Oeuvre.

Ein Katalog dazu ist erschienen.

Anne-Gret Winkler studierte an der Pädagogischen Hochschule in Kiel Psychologie, Pädagogik und Kunst und arbeitete mit verschiedenen Malern und Grafikern, später auch mit Bildhauern zusammen. Erst ist sie Lernende – aufgrund ihres leidenschaftlichen Arbeitswillens und ihrer sicheren Formensprache bald auch Teilnehmerin an verschiedenen Bildhauer-Symposien in Deutschland und Italien.

Ihre eigenen Bilder, Keramikplastiken oder Skulpturen stellte sie immer wieder aus, von Sylt bis Saarbrücken, auch bei der groß angelegten Ausstellung „Künstlerinnen an der Westküste Schleswig-Holsteins“ (1993).

Aus anfangs realistischen Darstellungen entwickelte Anne-Gret Winkler ihre eigene Formensprache. Der Mensch, meist die Frau, trägt keine verhüllende Kleidung und wird zum Symbol. Allein, in sich gekehrt, oder in Begegnung mit einem Gegenüber. Bei aller Stille und formaler Ausgeglichenheit tragen die Bilder in sich die Wucht und den starken Ausdruck einer leidenschaftlichen Frau, einer Verfechterin der Liebe.


Zweifel und Traum │ Petra Bergerhoff │ 18. Mai bis 29. Juni 2019

Petra Bergerhoff aus Glückstadt absolvierte ihr Studium in Hamburg an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Fachrichtung Design) und an der Universität (Pädagogik und Literaturwissenschaften). Nach einer Tätigkeit als Grafikerin ist sie seit 1989 freischaffende Künstlerin und Dozentin für Malerei. Schwerpunkt ihrer Bilder und Objekte sind Lebensthemen von Kindern und Frauen.


unterwegs │ Ben Siebenrock und Britta Hansen │ 15.3. – 4.5.2019

Ben Siebenrock (1951-2018) war in erster Linie Bildhauer. Von seinen riesigen Findlingen, senkrecht zersägt und mit farbigen Glasblöcken verfugt, steht einer auf dem Gelände des IZET (Innovationszentrum) in Itzehoe. Neben formgewaltigen Skulpturen und Plastiken entstanden aber auch überraschend feine Arbeiten auf Papier – Reiseskizzen in Aquarell -, die von seinem virtuosen Umgang auch mit Farbe Zeugnis ablegen.

Seit 1991 arbeitet Britta Hansen (geb. 1960) mit glasierten Keramiktafeln als Bildträger, die im quadratischen Format an Kacheln erinnern. Damit verbindet sie Zeichnung, Malerei und Plastik auf vielfältige Weise. Die Form der Brosche oder des Medaillons wahrt die Intimität der Szenen. In größerer Dimension erscheinen ihre Arbeiten wie voluminöse, an der Wand hängende Bildkörper. Ihre keramischen Objekte erzählen von klassischen Mythen, setzen Fabelwesen humorvoll in Szene.